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der Sport

Das Wort Taekwondo setzt sich aus drei Wörtern zusammen:

TAE = Fuß, springen, mit dem Fuß treten
KWON = Faust, mit der Faust zuschlagen
DO = Weg bzw. Methodik, geistige, philosophische und ethische Einstellung

Zusammenfassend kann man sagen, dass Taekwondo eine waffenlos ausgeübte Kampfkunst ist, bei der sowohl die Hände als auch die Füße eingesetzt werden. Obwohl Taekwondo für den laienhaften Betrachter große Ähnlichkeiten mit anderen asiatischen Kampfsportarten aufweist, unterscheidet es sich in einigen wesentlichen Punkten von diesen. So ist die Taekwondo-Technik sehr auf Schnelligkeit und Dynamik ausgelegt, was nicht zuletzt durch den Wettkampf bedingt ist. Zudem wird im Taekwondo das Hauptaugenmerk auf die Fußtechniken gelegt.

Taekwondo ist eine individuelle Sportart, die zwar in der Gruppe trainiert wird, bei der aber der einzelne den Grad seiner Leistungsfähigkeit selbst bestimmt. Jeder kann den Taekwondosport lernen und bis ins hohe Alter betreiben. Dabei spielt das Alter, das Geschlecht oder die körperliche Verfassung keine Rolle. Um dem Taekwondosport jahrelang treu zu bleiben, darf der Spaß am Training nicht zu kurz kommen. Wer an sich selbst feststellt, dass er sich nach einem schweißtreibendem Training auf die nächste Übungsstunde freut, hat sein Herz an diesen Sport verloren.

Da beim Taekwondo bei allen Hand- und Fußtechniken ständig der Körpermittelpunkt verändert wird, ist ein hohes Maß an Koordination bei allen Bewegungen unausweichlich. Durch eine speziell darauf ausgerichtete Gymnastik und durch ständiges Üben ist jeder nach relativ kurzer Zeit in der Lage, hohe Fußtechnik mit einem mehr oder weniger sicheren Stand auszuführen. Im Laufe der Zeit nimmt das körperliche Wohlbefinden zu und die Gelenkigkeit ungeahnte Ausmaße an, was wiederum das Selbstvertrauen fördert oder zumindest verstärkt.

Das Taekwondo hat sich von einem koreanischen Volkssport mit der Verbreitung in der Welt, der Austragung von internationalen Wettkämpfen und der Aufnahme in das Programm der Olympischen Spiele zu einem modernen Wettkampfsport entwickelt. Nach Angaben der WTF trainieren weltweit über 40 Millionen Athleten den dynamischen Vollkontakt-Wettkampfsport, seit der offiziellen olympischen Anerkennung in Sydney 2000 mit steigender Tendenz. Regelmäßig finden auch Militär-Weltmeisterschaften (CISM) im Vollkontakt-Wettkampf (WTF) statt. 

Der Wettkampf (Freikampf) findet auf einem abgegrenzten Feld statt und wird von mehreren Punkterichtern bewertet, sowie von einem Kampfrichter (Kampfleiter) geleitet. Der Wettkampf geht über wenige Minuten (olympisch drei Runden über jeweils zwei Minuten mit jeweils einer Minute Pause), in denen die Teilnehmer versuchen müssen, mit Taekwondo-Techniken den Gegner zu treffen (Vollkontakt). Je nach getroffener Körperstelle und Trefferwirkung werden Punkte vergeben, bei unsportlichem Verhalten können auch Strafen, d.h. Punktabzüge vergeben werden. Die genauen Kampfordnungen unterscheiden sich von Verband zu Verband, können aber in der Regel auf den Webseiten der Verbände eingesehen werden (siehe Weblinks). Die olympischen Wettkämpfe finden in vier, statt der sonst üblichen acht Gewichtsklassen für Männer und Frauen nach den international gültigen Wettkampfregeln der WTF statt. Im Vollkontakt tragen die Wettkämpfer exakt vorgeschriebene Schutzausrüstung (Kopfschutz, Schienbein- und Ellbogenschoner, Tiefschutz, Zahnschutz, Brustpanzer, Handschuhe). Als Konsequenz der starken Wettkampforientierung in der olympischen Disziplin werden schwerpunktmäßig Techniken und Kombinationen geübt, die im Wettkampf gemäß der Wettkampfordnung Trefferpunkte bringen.

Im Gegensatz dazu besinnen sich die traditionellen Schulen auf ein Taekwondo ohne Wettkampfdruck und üben demzufolge das gesamte Technikspektrum. Dennoch finden auch hier Freikämpfe (meist Leicht- bzw. Semikontakt) statt. Hier stehen allerdings statt der Trefferwirkung eher die korrekte und ästhetische Ausführung der Technik(en) im Vordergrund.
Neben dem Freikampf werden auch Formenturniere ausgetragen, diese Wettkampfdisziplin ist allerdings nicht olympisch.